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Dezember 2010
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Nach zwei Jahren Pause endlich wieder auf dem Schlitten!
Igls 4.12. 2010
Die letzten zwei Winter musste ich auf das Skeletonfahren verzichten. Es gibt durchaus Athletinnen, welche sogar schwanger an Olympischen Spielen teilgenommen haben, für mich kam das allerdings nicht in Frage, dass ich mich mit einem Winzling im Bauch auf den Schlitten lege. Letzten Winter wollte ich an der Schnupperfahrt in Igls teilnehmen, musste aus verschiedenen Gründen aber leider passen. Und nun war es endlich wieder so weit –juhui! Ich packte meinen Schlitten ins Auto und ab ging‘s nach Igls. Igls gehört bekanntlich nicht zu meinen Lieblingsbahnen, doch für den Wiedereinstieg ist diese „langsame“ Gleiterbahn ideal. Natürlich legte ich keine perfekten Fahrten in die Bahn, aber das Gefühl auf dem Schlitten war für diese lange Pause erstaunlich gut. Und ganz falsch lag ich mit der Linie auch nicht. Die Eisverhältnisse waren super und die Bahn war richtig schnell. Am Morgen und Mittag fanden noch Europacuprennen statt und dementsprechend war die Bahn gut präpariert. Mit meinen beiden 56-er Zeiten wäre ich sogar im Europacuprennen in die Top 10 gefahren… Ich muss zugeben, am Start hat Felix nachgeholfen. Da ich seit längerer Zeit wieder an meiner Diskushernie leide, habe ich nicht selber angeschoben, sondern liess mich –wie alle SchnupperfahrerInnen auch- von Felix anschieben. Die Startzeit entsprach zwar sehr genau meiner eigenen aus meiner Aktivzeit, aber an die wäre ich wohl längst nicht mehr rangekommen. Es hat wirklich riesig Spass gemacht und meiner Seele gut getan! Auch haben mein Mann und ich unser erstes kinderfreies Wochenende seit eineinhalb Jahren seeeehr genossen! |
| januar 2008 |
Nur noch „Hobby-Athletin“, trotzdem Schweizermeisterin 2008
Am 1. Dezember 07 freute ich mich wie ein kleines Kind auf meine erste Skeletonfahrt diesen Winter. Im Rahmen einer „Schnupperfahrt“ verbrachten wir ein Wochenende in Igls (Ö) und auch ich (eigentlich als Helferin vor Ort) durfte zwei Fahrten absolvieren. Igls gehört zwar gar nicht zu meinen Lieblingsbahnen, aber das war egal – Hauptsache auf dem Schlitten liegen und die Bahn runterflitzen, egal auf welcher!
Anfang Januar konnte ich mich dann aber richtig freuen, denn da ging es nach St. Moritz an die Schweizermeisterschaften. Ich freute mich aufs Fahren, auf die Bahn, auf die Atmosphäre und auf alle SportlerInnen, welche ich seit meinem Rücktritt nicht mehr gesehen hatte.
Maya war nicht am Start, da sie zum zweiten Mal eine Babypause einlegte. Jessica war diese Saison Schweiz I im Weltcup und vertrat die Schweiz bis dahin sehr gut. Barbara kurierte immer noch ihre Verletzung aus Lake Placid aus und konnte an der SM nicht starten. Am Start hatte ich gegen Jessica natürlich Null Chance. Ich konzentrierte mich aufs Fahren und setzte mir zum Ziel, in den unteren Abschnittszeiten mit Jessica mithalten zu können. In den Trainings war es dann auch so: am Start fing ich einen grossen Rückstand ein, der sich erst vergrösserte, dann aber immer kleiner wurde. In den untersten Zeitabschnitten war ich oft schneller, doch für eine schnellere Endzeit reichte es doch nicht, manchmal nur knapp, manchmal sehr deutlich. Für das Rennen hoffte ich auf einen spannenden Zweikampf, also auf kleine Zeitdifferenzen.
Und so war es dann auch wirklich nach dem ersten Rennlauf: mein Start war, wie zu erwarten, fast 4 Zehntel langsamer als Jessicas. Meine Fahrt war in Ordnung, aber nicht fehlerfrei. Insgesamt etwas unsauber und oft leicht weg von der Ideallinie, und im Ziel doch nur 0,14 Sekunden hinter Jessica zurück. Nach erst 8 Fahrten insgesamt diesen Winter, fehlte mir auch noch das optimale, sichere Gefühl auf dem Schlitten. Aber unter diesen Umständen war ich mehr oder weniger zufrieden mit diesem ersten Rennlauf. Mein Lauf gelang mir nicht optimal, dennoch machte ich immer mehr Zeit auf Jessica gut. Das bedeutete also, dass Jessi einige Fehler mehr als ich gemacht hatte. Im zweiten Lauf konnte ich am Start 6 Hundertstel zulegen und vor allem im unteren Teil gelang mir dieser Lauf besser. Ich war zufrieden mit meiner Leistung und nun konnte ich nur noch abwarten, bis Jessi ihren 2. Lauf beendet hatte. Mit Spannung verfolgte ich die Zeitanzeige: auch Jessi startete 5 Hundertstel schneller als im ersten Lauf und der Vorsprung vergrösserte sich bis zur zweiten Zwischenzeit auf 0,79 Sekunden. Dann wurde er zwar kleiner, betrug im Horseshoe aber immer noch 0,53 Sekunden. „Das würde für sie wohl reichen“, dachte ich. Doch als der Vorsprung von 0,34 auf 0,07 Sekunden bei der letzten Zwischenzeit schmolz, kam wieder Hoffnung auf. Und tatsächlich wurde im Ziel aus dem Vorsprung ein Rückstand von 0,39 Sekunden. Mit diesem Resultat konnte ich nicht rechnen, denn ich war wirklich auf die Fehler von Jessica angewiesen, damit ich meinen Startrückstand gutmachen konnte. Etwas verdutzt aber überglücklich nahm ich wahr, dass ich zum 3. Mal Schweizermeisterin geworden war.
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| Frühling 2007 |
Verabschiedung und viele Ehrungen, Frühling 2007
Nach den Weltmeisterschaften im Januar 2007 in St. Moritz, verabschiedete ich mich nach 13 Jahren vom internationalen Skeletonzirkus. Ich darf auf eine wertvolle, erlebnisreiche und erfolgreiche Zeit zurückschauen. Ich wurde zweimal Schweizermeisterin, holte zwei EM-Bronzemedaillen, einen Weltcupsieg und ein Olympisches Diplom. Dies sind nur die Highlights nebst vielen anderen guten Resultaten im Weltcup, an Meisterschaften oder sonstiger internationaler Rennen.
Das schöne an einem Rücktritt, sind die Ehrungen, die darauf folgen ;-)
Die erste Ehrung hatte allerdings nichts mit meinem Rücktritt zu tun. In Meilen fand zum zweiten Mal eine Sportlerehrung statt, an der erfolgreiche Meilener SportlerInnen geehrt wurden. Ich war bereits vor einem Jahr zu dieser Ehrung eingeladen, konnte damals aber leider nicht teilnehmen, da ich zu dem Zeitpunkt an einem Weltcuprennen in Altenberg (D) war. Dieses Jahr hat es zum Glück geklappt und ich konnte für meinen 4. WM-Rang diese Ehrung entgegennehmen.
An der Generalversammlung des Zürcher Bobclubs wurde ich mit einer humorvollen, berührenden Laudatio von Felix zum Abschied geehrt und die „Hobby-Kategorie“ entlassen. An die Delegiertenversammlung des Bob-, Skeleton- und Schlittelverbandes wurde ich eingeladen, obwohl dies eigentlich nur den MedaillengewinnerInnen von internationalen Meisterschaften zu Ehren kommt. Doch auch hier wurde ich nach meinem Rücktritt für meine langjährige Kaderzugehörigkeit und all meine Erfolge geehrt und dankend verabschiedet. Der Dank lag auch auf meiner Seite. Denn ohne die Unterstützung des Verbandes, währen meine Erfolge nicht möglich gewesen.
Nun muss ich mich schnell an die harte Arbeitswelt als Turn- und Sportlehrerin an einer Oberstufe gewöhnen. Seit einem Jahr arbeite ich zwar bereits dort, doch ab jetzt gibt es nur noch die Schule und keinen unbezahlten Urlaub mehr im Winter für Weltcuprennen oder Weltmeisterschaften. |

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